Die Birne für unseren Edelbrand

Birne Mollebusch

Die Vorfahren unserer Birnen stammen aus dem Kaukasus, dort gab es früher große Obstwälder und verschiedene Wildbirnen.

Erste Nachweise über die Nutzung der Birnen (Holzbirnen) gibt es aus einer Zeit von vor über 6.000 Jahren.

Die alten Griechen kannten wilde und dornige Birnbäume, aber auch kultivierte, wohlschmeckende Birnen. In den Geschichten von Odysseus wird davon berichtet.Um 1530 wanderte der Botaniker Valerius Cordus durch Mitteldeutschland und schrieb 1561 seine Beobachtungen auf. 50 Birnensorten hat er damals kennengelernt und beschrieben Brechbirne, Würgbirne, Strengling, Weibersterben, Kochbirne, Mehlbirne, Weingifter, Schafbirne, Rostbirne, Trinkbirne, Schmalzbirne...

Richtig roh genießbar wurden die Birnen hier in Deutschland aber erst Ende des 17. Jahrhunderts. 1628 gab es eine Veröffentlichung des Franzosen Le Lectier über die Obstsorten seines Gartens, er nannte darin 35 Apfel- und 260 Birnensorten.


1661 wurde Ludwig der XIV König und erklärte den Obstbau zur Chefsache, so wurde von Jean de La Quintinye bis 1682 ein riesiger Garten zur Versorgung der königlichen Tafel angelegt (der Potager von Versailles). La Quintinye nannte damals 505 Tafelsorten Birnen und berichtete über jede einzelne Sorte, er empfahl 30 besonders gute Sorten, davon ist heute in Deutschland keine mehr bekannt und nur wenige gibt es noch in Frankreich.
 

Rene Dahuron war ein Schüler von La Quintinye, er schrieb unter anderem ein Buch über den höfischen Obstbau in Versailles, 1685 verließ er Frankreich, arbeitete in Hannover, Celle und kam nach Lietzenburg, dem späteren Charlottenburg.  Charlottenburg wurde durch Rene Dahuron zur Keimzelle der Gartenkunst und des französischen Gartenbaus in Deutschland. Sanssouci wurde zuerst mit Obst bepflanzt, erst später, mit P. J. Lenne, verdrängte die landschaftliche Gartenkunst langsam den Obstbau. 1822 enstand die königliche Landesbaumschule Potsdam, 1834 sind 363 Birnensorten und 644 Apfelsorten erwähnt.

Nach 1945 ist der Birnenanbau in Deutschland drastisch zurückgegangen. Allerdings gibt es seit einigen Jahren Bemühungen, die alten Sorten zu retten, den Katalog der ehemaligen königlichen Landesbaumschule zu rekonstruieren und die Obstpflanzungen in der Kolonie Alexandrowka zu erneuern.

Vom französischen „Mouille bouche“, d. h. „Mund benetzend“ = Mundnetz(birne), leitet sich der Name der früher äußerst beliebten, sehr ertragssicheren Mollebusch Birne ab. Bereits 1908 als „Wahre Mollebusch"  erwähnt, liegt ihre wahre Herkunft im Dunkeln. Der Name oder Beiname Mouille bouche bzw. Mundnetzbirne kommt in der Pomologie mehreren historische Sorten zu. Auf die „Wahre Mollebusch“ passt jedoch keine der alten Beschreibungen.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Sorte in ganz Süddeutschland verbreitet. Die kugelförmige, trübgrüne Birne hat ein wenig attraktives Aussehen, ist jedoch als Tafelbirne sehr wohlschmeckend. Auch als Einmachbirne und zur Destillation besitzt sie eine hervorragende Eignung.