Informationen über den Apfel

ApfelDer Apfel ist ein Symbol der Macht (Reichsapfel). Aber auch ein Symbol der Liebe und Schönheit. Somit ist er kulturell mit den Menschen seit Jahrtausenden eng verknüpft.

Der Ursprung des Apfels liegt in Kasachstan, dessen Hauptstadt Alma-Ata soviel wie "Stadt des Apfels" bedeutet. In Kasachstan findet man noch heute ausgedehnte Wälder mit einer Vielfalt an Arten und Sorten. Von diesem an China angrenzenden Land, hat der Apfel seine Reise in die ganze Welt begonnen. Alma Ata lag nämlich an der berühmten Seidenstraße.

Aus Aufzeichnungen aus dem alten Ägypten geht hervor, dass auch schon bei den Pharaonen Äpfel sehr beliebt waren. Sie wurden in Pyramiden als Grabbeigabe gefunden. Unter Ramses II. gab es bereits Kulturäpfel. Damals breitete sich der gemeine Apfelbaum (malus communis) zuerst an den Ufern des Nil aus, später im gesamten Mittelmeerraum.

Der Mensch begann mit Auslese und Veredelung der wild wachsenden Arten um immer bessere Sorten zu gewinnen. So kannten die Römer bereits über 20 Sorten. Durch Pilgerfahrten und Kreuzzüge fand ein Sortenaustausch statt, der zu einer Zunahme der genetischen Vielfalt führte und damit zur weiteren Sortenentwicklung. Während bis zum 16. Jahrhundert der Anbau von Obst auf die Gärten der weltlichen und kirchlichen Herrscher begrenzt war, setzte sich mit zunehmender Entwicklung die Erkenntnis durch, dass Obst eine wichtige Rolle in der Ernährung spielt. Das 17. und 18. Jahrhundert waren von bäuerlichem Obstbau geprägt und auf Eigenversorgung ausgerichtet. Der besonderen Förderung des Obstbaues dienten Verordnungen der Herrscher, nach denen sich die Untertanen - vor allem bei einer Heirat - verpflichten mussten, einige Obstbäume zu pflanzen. Hier sind Friedrich II. von Preußen und Kurfürst August der Starke von Sachsen zu nennen.

Mit dem beginnenden 19. Jahrhundert, der Entwicklung moderner Großstädte, kam es auch zu einer tiefgreifenden Umgestaltung der obstbaulichen Wirtschaftssysteme. Es entstand ein gesteigerter Obstbedarf und es musste eine zweckmäßigere Anbaugestaltung geschaffen werden. Mit dieser Entwicklung erhöhte sich auch die Sortenzahl sprunghaft. Beginnend mit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, aber insbesondere nach dem II. Weltkrieg, erforderten arbeitstechnische und wirtschaftliche Gründe eine rationelle Tafelobstproduktion. Die Entwicklung eines modernen Obstbaus wird begleitet von einer Reduzierung des Sortenspektrums.