Die Haselnuss für unseren Edelgeist

HaselnussSeit Urzeiten wächst die Haselnuss in einem Gebiet von Europa bis nach Kleinasien. Heute wird sie hauptsächlich im Mittelmeerraum angebaut. Außerdem befinden sich noch bedeutende Anbaugebiete in den USA und in Osteuropa.

Die Haselnüsse sind die Früchte des Haselstrauchs. Die Haselnuss ist übrigens eine „echte“ Nuss. Denn nur Schalenfrüchte, bei denen der Samen von einer verholzten  Fruchtwand umschlossen ist, zählen im botanischen Sinn zu den Nüssen. Diese Anforderung erfüllt neben der Haselnuss lediglich die Marone, auch Edel- oder Esskastanie genannt.

Schon vor vielen Jahren begann die Weltreise der Haselnuss. Auf der jahrelangen Reise durch die Zeiten traf sie auf viele andere Nüsse. Auf den indonesischen Banda-Inseln beispielsweise begegnete sie der Muskatnuss und im östlichen Mittelmeergebiet kreuzten ein paar alte Walnüsse ihren Weg von denen man sagt, sie haben in Syrien sogar die Eiszeiten überlebt! Allerdings bevorzugen Walnüsse eher feuchte Schlucht Wälder. Daher hielt sich die Haselnuss hier nicht lang auf, da sie es lieber trocken mag.

Die Haselnuss ist in Eurasien heimisch und wurde schon in der Steinzeit verzehrt, die ersten Aufzeichnungen darüber wurden vor 5000 Jahren in China gemacht. Auch den Römern waren Haselnüsse bekannt und bei den alten Germanen galt ein Haselnussstrauch in der Nähe der Behausung gepflanzt als ein Symbol der Fruchtbarkeit und der männlichen Zeugungskraft. Den Kelten und Wikingern galt er als heilige Pflanze, die Hexen und böse Geister abwehren konnte und wurde auch in religiösen Zeremonien in Baumkreisen zu Frühlingsbeginn und Jahreswechsel verwendet. Mit den späteren christlichen Moralvorstellungen waren diese Fruchtbarkeitsfeste allerdings nicht in Einklang zu bringen und so beschimpfte z.B. die heilige Hildegard von Bingen den Haselnussstrauch als Sinnbild der Wollust.

Heute werden noch immer die meisten Wünschelruten aus den Zweigen des Haselnussstrauches gefertigt, weil sein Holz als am besten Energie leitend gilt.