Die Marille für unseren Edelbrand

Marille

Die Aprikose (in Österreich, Bayern und Südtirol als „Marille“ bezeichnet) war in Armenien schon in der Antike bekannt und wird dort schon so lange angebaut, dass häufig angenommen wird, dass dies ihre ursprüngliche Heimat ist. Der botanische Name leitet sich von dieser Annahme ab. Eine archäologische Ausgrabung in Armenien fand Aprikosenkerne in einer Fundstätte der Kupferzeit. Andere Quellen lokalisieren den Ursprung in China, wieder andere besagen, dass die Aprikose zuerst in Indien um 3000 vor Christus kultiviert worden sei.

Persische Dichter besangen sie als „Samen der Sonne“. Der makedonische König Alexander der Große schließlich brachte sie um 330 vor Christus im Zuge seiner Eroberung des persischen Großreichs nach Kleinasien und Griechenland. Aber erst die Römer verbreiteten die Aprikose ab 70 vor Christus von Anatolien aus in ganz Europa.

Traditionelles Anbaugebiet für Aprikosen ist u. a. die ungarische Tiefebene. Die Türken besaßen zur Zeit ihrer Herrschaft in Ungarn in der ungarische Tiefebene riesige Aprikosenplantagen, die nach ihrem Abzug dann verödeten. Mit dem Obstanbau begann man in der ungarischen Tiefebene erst wieder zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als sie sich aufgrund heftiger Sandstürme in eine einzige Sandwüste zu verwandeln drohte. Zum Binden des Flugsands erwiesen sich Aprikosenbäume als besonders geeignet, da sie nicht nur sandigen Boden, sondern auch Hitze und Trockenheit vertragen.

Heute werden Aprikosen insbesondere in den Mittelmeerstaaten wie Italien und Spanien angebaut. Aber auch die österreichische Wachau, das Südtiroler Vinschgau und das schweizerische Kanton Wallis sind äußerst bekannte Aprikosenanbaugebiete. Das weltweit größte Anbaugebiet für Aprikosen liegt in der osttürkischen Provinz Malatya am Euphrat. Dort werden die süßen Aprikosen entsteint und als ganze Frucht getrocknet. Mittlerweile stammen ca. 95 % der in Europa gehandelten getrockneten Aprikosen aus Malatya. Seit einigen Jahren werden auch frische Früchte nach Europa exportiert.