Die Marone für unseren Edelbrand

MaroneDa die Edelkastanie seit der Antike im gesamten Mittelmeerraum wie auch den nördlich angrenzenden Gebieten angebaut wird, lässt sich ihr natürliches Verbreitungsgebiet nicht mehr genau feststellen. Als Nordgrenze des natürlichen Verbreitungsgebiets werden die Pyrenäen und der Alpensüdrand angenommen, weiteres die Gebirge Bosniens, die Rhodopen und der Kaukasus. Sie kommt auch in Kleinasien, im nördlichen Syrien sowie in den Nordbereichen des Atlas vor. In der griechischen Antike wurde die Edelkastanie verbreitet kultiviert, in Sparta wurden daraus schwarzes Brot, Mehl und Suppen hergestellt.

Die Kultivierung als Obstbaum dürfte in der Zeit zwischen 9. und 7. Jahrhundert v. Chr. am Kaspischen und Schwarzen Meer erfolgt sein. Von hier verbreitete sie sich rasch nach Kleinasien, Griechenland und auf den Balkan. Die Römer verbreiteten die Edelkastanie im ganzen Römischen Reich bis nach Britannien.

Im frühen Mittelalter war die Edelkastanie im südlichen Europa eine wichtige Nahrungspflanze. Ende des 8. Jahrhunderts befahl Karl der Große ihren Anbau. Klöster forsteten viele Berggebiete mit Edelkastanien auf. Ein Rückgang der Kastanienkultur setzte im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung und der beginnenden Landflucht ein, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts setzte die Tintenkrankheit den Beständen zu.

Großflächige Pflanzungen gibt es in ganz Frankreich, im Süden Englands und Irlands, in der Ungarischen Tiefebene bis zum Schwarzen Meer im Gebiet etwa südlich der Donau.