Die Mirabelle für unseren Edelbrand

MirabellePflaumen gehören mit zu den ältesten Kulturobstsorten. Es gibt vier Arten von Pflaumen: die Pflaume, die Zwetschge, die Reneklode und die Mirabelle.

Die Mirabellen sind die kleinsten unter den Pflaumen und wiegen pro Stück nur etwa 10 g. Sie sind kugelrund und orangegelb, an der Sonnenseite auch rot punktiert. Das feste Fleisch ist goldgelb bis dunkelgelb, nur mäßig saftig und der Stein löst sich recht gut. Optimal ausgereift schmecken sie sehr süß und feinwürzig.

Die Pflaumen wurden vermutlich durch Alexander den Großen nach seinen Kriegszügen mit in die Heimat gebracht. Als Zentrum des Pflaumenhandels etablierte sich Damaskus.  Kreuzfahrer brachten die Pflaume von Damaskus nach Italien und Griechenland. Sie wird seit über 2.500 Jahren in Griechenland kultiviert. Durch die Römer gelangten die Kulturpflaumen dann nach Deutschland und Frankreich, wo sich im 18. und 19. Jahrhundert die typischen Anbaugebiete entwickelten.

Heute sind Mirabellen vor allem in Lothringen verbreitet, der wahrscheinlich einzigen Gegend der ganzen Welt, wo so viele verschiedene Mirabellensorten gedeihen. 70% der weltweiten Mirabellenproduktion stammen aus der Lothringer Region: jedes Jahr werden bis zu 15 000 Tonnen geerntet. Jean-Marie Pelt, Präsidentin des Europäischen Institutes für Ökologie in Metz, sagt: “der Mirabellenbaum ist für Lothringen das, was der Olivenbaum für die Provence ist”.

Die Mirabellen werden seit dem 15. Jahrhundert in Frankreich angebaut. Wahrscheinlich stammt die Mirabellekultur aus einer Stadt namens Mirabeau (Latein: Mirabella), in Vaucluse (Südfrankreich). Dort pflanzte René, Herzog von Anjou und Lothringen die ersten Mirabellenbäume noch bevor er sie in Lothringen einführte. Mitte des 18. Jahrhundert fasste die Mirabelle auch in Deutschland Fuß.