Die Sauerkirsche für unseren Edelbrand

Sauerkirsche

Die Kirsche, eine köstliche Frucht in Liedern besungen, gerühmt wegen ihres besonderen Aromas mit wohldosierter Mischung von Fruchtzucker und Fruchtsäuren, wo kommt sie her?

Griechisch kerasos oder lateinisch cerasus war in der Antike allgemein der Ausdruck für Kirsche. Deshalb lässt sich aus schriftlichen Überlieferungen nicht rekonstruieren, wann und wo die Sauerkirsche erstmals kultiviert wurde und wann sich die Kultur entlang des antiken Mittelmeers ausgebreitet hat. Man kann oft lesen, dass der Ursprung der Sauerkirsche im Schwarzmeergebiet liegen soll. Dafür spricht, dass diese Region schon immer klassisches Obstanbaugebiet war.

Unter Alexander dem Großen haben Soldaten diese Obstart nach Griechenland und Italien gebracht, die Römer brachten sie später nach Mitteleuropa ins Land Germanien. Man kann annehmen, dass der Kirschenbaum früher hauptsächlich nur in den Gärten und Anlagen der Fürsten und Adligen kultiviert worden ist. Wohl als Folge des allmählichen Niedergangs des Weinbaus, als die Rebflächen am Kleinen Lichtenstein abnahmen, kam auch hier verstärkt der Obstbau auf. Der Most löste den Wein in den Kellern ab.

Die ersten eindeutigen Nennungen der Sauerkirsche für Mitteleuropa tauchen im 16. Jahrhundert bei Dierbach und Matthiolus auf. Nach den bisher bekannten archäologischen Steinkernfunden scheint die Sauerkirsche von Osten nach Deutschland eingeführt worden zu sein. Nach dem Rückgang im 30jährigen Krieg hat Friedrich der Große um 1750 den Obstbau z. B. die Anpflanzung von Obstbäumen an Landstraßen verordnet. Der Siegeszug begann um die Mitte des vorigen Jahrhunderts.

 Im Gegensatz zur Süßkirsche wurde die Sauerkirsche auch in der Volksheilkunde benutzt. Das bei Verletzung austretende "Weichselgummi" galt als krampflösend, die Fruchtstiele als Diuretikum, also harntreibendes Mittel.