Die Traubenkirsche für unseren Edelbrand

Traubenkirsche

Das Verbreitungsgebiet der Traubenkirsche erstreckt sich über Europa (außer Mittelmeergebiet und Balkan) bis nach Nordasien und nach Japan. Die Traubenkirsche meidet trockene und kalkreiche Böden, leicht kalkiger Boden wird aber meistens toleriert. Wegen ihres relativ großen Wasserbedarfs steht sie gerne an Bächen und Flüssen. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, hat sich die Spätblühende Traubenkirsche in Europa stark selbständig ausgebreitet und kommt in lichten Wäldern, in Ufergebüschen sowie als Zierstrauch und -gebüschen in Gärten vor.

Bereits 1623 wurde die Spätblühende Traubenkirsche nach Europa gebracht. Erste Erwähnungen für Deutschland stammen aus dem Jahr 1685. Der Anbau erfolgte als Ziergehölze in Gärten und Parks. Da der Baum in seiner Heimat auf armen Böden gute Wuchsleistungen erbringt und wertvolles Holz liefert, erhoffte man ähnliche Eigenschaften beim Anbau in Deutschland. Im späten 19. Jahrhundert wurde im Rahmen sogenannter „Fremdländerversuchsanbauten“ die Eignung für die  Forstwirtschaft getestet. Allerdings stellte sich heraus, dass die Pflanze unter hiesigen Verhältnissen in der Regel mehr oder weniger nur strauchförmig wächst. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts begann man in den Niederlanden  mit großflächigen Anpflanzungen. Man erhoffte sich eine Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit in Nadelbaumkulturen, auf  Heideflächen und auf windexponierten Standorten. Bis in die 50er Jahre wurde mit der Späten Traubenkirsche aufgeforstet.

Die Kirschkerne sind kleiner als normale Sauerkirschkerne und etwas länglicher. Die essbaren Kirschen reifen Ende Juli bis Ende August, sind aromatisch-süß, haben aber oft einen unangenehm bitteren Nachgeschmack. Sie können als Obst gegessen oder zu Säften verarbeitet werden. Inzwischen werden auch Destillate aus den schwarzen Beeren hergestellt.